LibreOffice vs OpenOffice

Setup und Komponenten-übergreifende Probleme.

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LibreOffice vs OpenOffice

Beitrag von DocDocWhosThere » Fr, 02.12.2016 10:37

Hallo zusammen!

Ich eröffne mal einen neuen Thread zum allgemeinen Thema:

Welche Vergleichserfahrung habt ihr zwischen beiden OpenOffice-Programmen?

Ich würde gerne eines der beiden verwenden und zwar am natürlich besten das "beste"...

Freue mich auf Input :)

hylli
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Re: LibreOffice vs OpenOffice

Beitrag von hylli » Fr, 02.12.2016 14:55

Bei LibreOffice kannst Du auswählen zwischen der Version "Still" (=stabil) oder "Fresh" (=aktuell).

Da ich seit einigen Jahren Linux nutze, nutze ich auch schon recht lange LibreOffice, weil diverse Linux-Distribution standardmäßig auf LibreOffice setzen.

Gegenüber OpenOffice hat sich LibreOffice in den vergangenen Jahren auch stets weiter entwickelt, allerdings bedeutet Entwicklung auch meistens, dass neue Fehler auftreten könnten.

Daneben bringt LibreOffice bereits diverse Erweiterungen mit, die man unter OpenOffice gegebenenfalls noch nachinstallieren müsste. Ich denke da z.B. an den Report Builder oder auch Wiki Publisher.

Grundsätzlich muss man sich aber auch Gedanken machen:
Was von der Vielfalt der Möglichkeiten eines Office-Paketes benötige ich überhaupt?

Für viele wären sogar die einfachen Office-Programme "Abiword" (Text) oder "Gnumeric" (Tabelle) eigentlich overkill!

Ich für meinen Teil bevorzuge auf jeden Fall LibreOffice.

Hylli
Ein Dankeschön für eine Lösung tut nicht weh!
Wer eine Lösung selbst findet, sollte die für die Nachwelt auch posten!

Geschäftlich: AOO 4.1.2 unter Windows 7 32bit (ab vor. KW47/48 LibreOffice "Still" 5.1.x!)
Privat: LibreOffice 5.x unter Linux Mint 18 Cinnamon 64bit u. Apricity OS Cinnamon 64bit

Stephan
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Re: LibreOffice vs OpenOffice

Beitrag von Stephan » Fr, 02.12.2016 16:53

Welche Vergleichserfahrung habt ihr zwischen beiden OpenOffice-Programmen?
LibreOffice ist innovativ, aber nicht immer ganz ausgereift, OpenOffice ist eher konservativ aber im Allgemeinen stabiler. Die Versionszyklen sind bei LibreOffice viel geringer als bei OpenOffice, was einerseits dafür sorgt das neue Features schnell den Nutzer erreichen, was andererseits aber weniger Zeit lässt neue Features intensiv zu testen und komplett fertig zu entwickeln.

Beide Programme sind weiterhin ziemlich weitgehend kompatibel, aber dadurch das es zwei getrennt Projekte sind zeigen sich natürlich auch zwangsläufig Inkompatibilitäten, nämlich beispielsweise da wo LibreOffice mehr Funktionen als OpenOffice hat, z.B. bei Tabellenfunktionen ist das der Fall.
Zunehmend ärgerlich finde ich Detailunterschiede des API beider Programme (bzw. allgemein Funktionsunterschiede die im Detail beim Programmieren relevant sind), wo einem bei der Makro-Programmierung keine andere Wahl bleibt als beide Programme quasi separat abzuhandeln wenn man ein Makro oder eine Extension entwickelt die für beide Programme laufen soll.

Da es, zumindest unter MS Windows, problemlos möglich ist beide Programme nebeneinander zu installieren indem man die jeweils portablen Versionen nutzt, kann man das als zumindest Privatanwender auch tun und dadurch selber vergleichen und sich entscheiden oder man kann auf diesem Wege beide Programme parallel nutzen.

Generell würde ich mir ein Programm in einer Version aussuchen und dann konkret dabei bleiben (auch bei der Version) und erst dann updaten wenn es für meinen konkreten Bedarf ganz konkrete Erfordernisse gibt, auf keinen Fall würde ich ständig jedes Update 'mitnehmen', auch wenn beide Programme dazu auffordern.

(Hinweis: ja, ja ... ein Teil der Updates fixt auch Sicherheitsprobleme der Programme, in der Praxis ist das aber eine eher theoretische Größe, denn es hat für OOo/StarOffice/LO/OO nie so große Probleme gegeben wie bei MS Office, obwohl Makro-Viren, rein technisch, für OO/LO genauso denkbar sind wie für MS Office. Ich weiß auch aktuell (2016) garnicht ob Makro-Viren noch ein großes Thema sind, da imho überwiegend Schadcode heute anders verbreitet wird.
Nochmal: ich rede hier über die Praxis und diese Einschätzung entspricht meiner Erfahrung, es steht natürlich außer Frage das jeder Administrator dafür sorgen muss Sicherheitsupdates einzuspielen, allein ist das eher eine Allgemeinverpflichtung, denn OO/LO sind längst nicht so gefährdet wie Systeme wie z.B. Wordpress, da sie normalerweise auch im Netz hinter einer Firewall und unter diversen sonstigen Schutzmechanismen eingesetzt werden.)



Für professionellen Support stehen entsprechende Dienstleister zur Verfügung. LibreOffice und OpenOffice pflegen hierzu auf ihren Projektseiten entsprechende Übersichten, hierbei kannst Du im Normalfall davon ausgehen das Dienstleister die nur in einer Übersicht auftauchen trotzdem Support für beide Programme leisten:

http://www.openoffice.org/bizdev/consultants.html
http://www.documentfoundation.org/gethelp/migrators/

Die Übersichten sind leider nicht vollständig, sondern es existieren weitere Dienstleister, deshalb empfiehlt es sich ggf. auch weitere Ressourcen im Internet zu nutzen um solche Dienstleister in Erfahrung zu bringen. Zum Einen ist das über Vereine/Organisationen möglich welche die kommerzielle Nutzung von freier und OpenSource-Software fördern, aber auch über Business-Portale wie XING.
stellvertretend seinen genannt:

https://www.xing.com/communities/groups ... 77-1066827
https://openbit.eu/
http://osb-alliance.de/

Schulungen zu beiden Programmen bieten auch die üblichen großen IT-Schulungsdienstleiter an, z.B. http://www.pc-college.de.

Für LibreOffice gibt es z.B. aktuell, im Dezember 2016, auch wieder ein Seminar für Firmen-Anwender/Entscheider, siehe:
https://www.heise.de/ix/meldung/Tagesse ... 95374.html



Ich persönlich benutze übrigens auch heute (Dezember 2016) noch OpenOffice.org 3.3.0 (erschienen ca. 2011) als meine Hauptversion, weil es einfach keine Gründe für mich gibt eine neuere Version zu benötigen.
("Hauptversion" meint das ich diese Version nutze um 'meine' Arbeiten zu erledigen z.B. Angebote und Rechnungen schreiben, denn da ich beruflich mit sowohl OO wie LO befasst bin, nutze ich bei der Erfüllung von Kundenaufträgen natürlich diverse Versionen beider Programme.)


Gruß
Stephan

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Re: LibreOffice vs OpenOffice

Beitrag von DocDocWhosThere » Mi, 21.12.2016 17:31

Wow, vielen Dank an euch für die vielen Infos. Muss ich mich mal nach und nach durcharbeiten ;-)

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Re: LibreOffice vs OpenOffice

Beitrag von balu » Mi, 21.12.2016 22:56

Hallo Doc²,
Stephan hat geschrieben: Ich persönlich benutze übrigens auch heute (Dezember 2016) noch OpenOffice.org 3.3.0 (erschienen ca. 2011) als meine Hauptversion
Kann ich "überbieten". Ich nutze heute noch als meine Hauptversion OO.o 3.2.1, muss so von 2010 sein. Diese Version ist auch richtig installiert, und nicht wie andere Versionen von OO.o, LO und AOO (ApacheOpenOffice) die ich als Portable habe.

Der Grund warum ich noch nicht auf eine "aktuellere" Version umgestiegen bin ist, das diese Version schnell startet, und auch sonst recht Flott ist. Alle anderen aktuelleren die ich habe sind schon ein wenig langsamer, die 5er Linie von LO habe ich nicht. Ein anderer Grund warum ich noch damit arbeite ist, ... - na wat wohl - ... gewohnheitssache.

Da ich aber öfters hier und in den anderen "Freien-Office" Foren helfe, sehe ich besonders bei LO stellenweise inkompatibilitäten zu AOO und OO.o, und wer hätte das gedacht auch zu LO selber. Aktuelles Beispiel in Calc, in LO 5.x.x.x wird KALENDERWOCHE schon etwas anders gehandhabt, da dort der 2. Parameter nicht mehr zwingend notwendig ist (Wochenbeginn Sonntag oder Montag), er ist so gesehen Optional. Das führt aber z.B. bei LO 4.2.1.1 zu einer Fehlermeldung, wenn dieser Parameter nicht ausgefüllt ist, da sie diesen 2. Parameter nicht als Optional ansieht. Und das erzeugt dann natürlich eine Fehlermeldung: "Fehlende Variable" Err: 511. Diese Fehlermeldung sieht man dann auch bei AOO 4.1.2.

Klar ist das jetzt ein einziger Punkt der negativ auffalen kann, und über den wir hier auch gar nicht zu diskutieren brauchen, aber wenn etwas in Calc als Optional beschrieben wird, dann werden wohl viele Anwender das nutzen und dementsprechend so etwas nicht ausfüllen. Und schon kann es zu Problemen kommen, wenn man eine Datei an jemandem sendet der nicht die gleiche Office-Versionsnummer hat, also eine ältere Version benutzt.


Du wolltest ja Vergleichserfahrung haben und auch wissen welches Office das "beste" ist.
Aber wie soll man sagen welches das Beste ist, auf welcher Basis soll dann die Antwort ausfallen? Ich zumindest kann und werde keine Empfehlung diesbezüglich aussprechen, da Stephan in dieser Hinsicht schon so einige angesprochen hat. Ich wollte jetzt mit meinen Erfahrungsbericht nur darauf hinweisen, das einem die Entscheidung manchmal auch von einer ganz anderen Seite quasi abgenommen werden kann, nämlich dann, wenn Dateien mit anderen Anwendern ausgetauscht werden müssen. Und wenn dann auch noch die andere Seite aus irgendwelchen Gründen so schnell kein "Update" ausführen kann oder darf, dann muss man sich halt dementsprechend anpassen. Und wie Du jetzt ja siehst nutzt nicht jeder immer das aktuellste Office.

Anders siehts aber aus, wenn man keinen regelmäßigen oder überhaupt keinen Datenaustausch vornimmt, und das Office nur für sich selbst benutzt. Denn dann kann man natürlich frei entscheiden.



Gruß
balu
Sei öfter mal ein Faultier, sag öfter mal "Ach was!" Dann kriegst du keinen Herzinfarkt, und hast ne menge Spass.

wehr rächtschraipfähler findet khan si behalden :D

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